Chalcedon – der perfekte Schmuckstein

Vermutlich hat der Chalcedon seinen Namen seinem Fundort zu verdanken, einer kleinen Stadt am Bosporus, wo sich zugleich auch die ältesten Fundstellen des Edelsteins befinden. Aus der kleinen Stadt Chalcedon, wurde Kadıköy, das heute ein Stadtteil Istanbuls ist.

Die Geschichte des Chalcedon

Bereits im Altertum war der Chalcedon ein geschätzter Edelstein, der in der Kultur von Mesopotamien, dem heutigen Irak, Ägyptens und Griechenland eine bedeutende Rolle spielte. Vor allem bei den Römern war der Chalcedon beliebt und sie trugen die Edelsteine als Siegel, Petschafte (Stempel), Gemmen (reliefartig aus Edelstein herausgeschnittene Bilder), Intaglien (vertief in Edelstein eingeschnittene Bilder) und Amulette. Aber auch in Ringen, Broschen, Fibeln (verzierte Gewandspangen) und Halsketten wurde der Chalcedon verarbeitet.

Des Weiteren war der Chalcedon auch in der jüdischen, christlichen und islamischen sowie buddhistischen Religion beliebt, wo er beispielsweise zu Buddhafiguren verarbeitet wurde.

Als einer der 12 Steine findet der Chalcedon auch in der Bibel Erwähnung, die auf dem Berg Sinai Moses überreicht wurden. Von Moses werden die Anweisungen Gottes befolgt (2. Moses, 28, 15-30) und setzte diese in das Brustschild Aarons (des ersten Hohepriesters und Bruder Moses) ein. Die Steine entsprechen den 12 Söhnen Jakobs und den von ihnen 12 abgeleiteten Stämmen Israels. In der Offenbarung des Johannes (Neues Testament 21, 19-21) wird eine weitere Gruppe von 12 Edelsteinen (darunter vier Chalcedone) erwähnt. Sie schmücken die Grundsteine der Stadtmauer des himmlischen Jerusalems. In der Bibel werden diese Edelsteine direkt mit den Aposteln in Verbindung gebracht (Offenbarung 21, 14). Gemäß der Zusammenstellung, die von Andreas, dem Bischof von Caesarea und einer der frühesten Schreiber, die im 10. Jh. die Apostel symbolisch mit den 12 Edelsteinen von Jerusalem in Verbindung brachte, repräsentiert der Chalcedon den Apostel Andreas.

Jedoch endet die Beliebtheit des Chalcedon nicht in der Antike, sondern reichte weit hinein bis in das Mittelalter und die Renaissance. Noch heute wird der Chalcedon von den Edelsteinschleifern, Juwelieren und Sammlern als Edelstein und auch als kunsthandwerklich zu bearbeitendes Material geschätzt.

Der Name Chalcedon

Der Name geht auf Chalcedon oder Calchedon zurück, einem antiken Hafen in Bithynien (bis 74 v. Chr. sein selbstständiges Königreich, im Anschluss römische Provinz), in der Nähe des heutigen Istanbuls in der Türkei.

Die Bezeichnung „Chalcedon“ umfasst jedoch alle Varietäten der Kryptokristallinen, d.h. kleinkristalligen Quarze. Zugleich fällt auch eine Untergruppe dieser Familie unter den Begriff Chalcedon und vereint nur Steine mit einer einheitlichen, bläulichen bis grau-weißen Färbung. Die mehrfarbigen Varianten werden unter dem Oberbegriff „Achat“ zusammengefasst.

Die chemische Zusammensetzung

Der Chalcedon ist derselben Familie wie die Achate zuzuordnen. Beim Chalcedon handelt es sich um einen kryptokristallinen Quarz, um genauer zu sein, um ein\ Siliziumdioxid-Mineral, das sich aus Quarz und Moganit zusammensetzt. Die chemische Zusammensetzung wird unter SiO2 für alle Erscheinungsformen von feinkristallinem Quarz zusammengefasst.

Die Charakteristika des Chalcedons

Die Transparenz des Chalcedons ist trüb durchscheinend, die Stichfarbe weiß und sein Bruch uneben und schalig. Der Chalcedon ist nicht spaltbar und weist eine Mohshärte von 6,5 bis 7 auf.

Die Farbe des Chalcedon ist das wichtigste Kriterium. So reicht seine Farbe von blau bis milchig grau. Steine die eine gleichmäßige Farbverteilung aufweisen sowie intensive Farbtöne und eine hohe Transparenz werden als wertvoller betrachtet. In der Regel werden die Chalcedone als Cabochons geschliffen und kommen häufig auf fuer Schnitzereien, Gemmen und Intaglien zum Einsatz. Ein Chalcedon lässt sich sehr einfach bewerten: es muss auf die Politur, seine Form und die Proportionen geachtet werden. Ist er zu Gemmen, Intalgien oder Schnitzereien verarbeitet, spielt selbstverständlich der persönliche Geschmacke eine große Rolle. Doch allgemein kann gesagt werden, dass es hier auf die Feinheit der Details und die Verteilung der Farben ankommt.

Wird der Chalcedon starken Licht ausgesetzt, dann kann er zuweilen verblassen. Damit seine Qualität bewahrt bleibt, sollte dieser Edelstein niemals starken Licht ausgesetzt werden. Eine Dampf- oder Ultraschallreinigung übersteht der Chalcedon unbedenklich.

Der Chalcedon und seine „Wirkung“

Bei uns wird der hellblaue Chalcedon im Handel zumeist mit weißen Streifen angeboten. Allerdings ist er auch in blaugrün, dunkelgrün, braun oder rosa zu finden. Das Vorkommen des blauen Chalcedons ist vorwiegend in Namibia, der Türkei, in Indien und Südafrika zu finden, aber auch in Brasilien, Sri Lanka, Madagaskar und den USA.

Vor allem auf dem Halsbereich kommt der hellblaue Chalcedon ganz besonders zur Wirkung. Dabei soll er vor allem bei Rachen-, Hals- und Kehlkopferkrankungen helfen und ist damit ein wunderbares Heilmittel bei Erkältungskrankheiten, da er als fiebersenkend gilt. Zudem soll er Kinder vor Sprachfehlern und Stottern bewahren, Sänger und Redner vor Stimmbandreizungen bzw. Stimmlosigkeit und sollte einmal der Hals kratzen oder sich ein trockener Husten zeigen, dann wird salziges Chalcedonwasser bzw. – Tee empfohlen.

Aber nicht nur auf den Halsbereich soll sich die Heilwirkung des Edelsteins beschränken, sondern er soll auch bei eitrigen Wunden, Krampfadern und der Bildung von roten Blutkörperchen helfen. Unter das Kopfkissen gelegt, soll er Alpträume vertreiben und Schlafstörungen lindern. Da der Chalcedon eine beruhigende Wirkung hat, soll er auch Jähzorn vermindern, das Temperament zügeln und bei Kindern krankhafte Hyperaktivität bremsen und seinen Träger von dem Lampenfieber vor großen Auftritten befreien.

Der Chalcedon wird auch als Rednerstein bezeichnet und sollte vor allem von Menschen getragen werden, die viel reden. Aber auch bei Prüfungsangst soll der Chalcedon helfen.

Von den Tibetanern wird der Chalcedon mit der Schönheit der Lotusblüte verglichen. Diese soll vor Unzufriedenheit und Schwermut schützen. Zudem soll der Chalcedon auch bei psychischer und physischer Manipulation helfen. Auch die Indianer nutzten den Chalcedon als heiligen Stein und selbst Hildegard von Bingen setzten den Edelstein im 12. Jahrhundert als Heilmittel gegen Gallenbeschwerden ein. Die Anwendung des Chalcedon ist einfach: Er kann einfach aufgelegt werden.

Die Pflege des Chalcedon

Der Chalcedon sollte regelmäßig je nach Gebrauch unter fließendem Wasser gereinigt oder in eine Schale mit Hämatit Trommelsteinen gelegt werden. Wichtig zu wissen ist, dass der Edelstein sehr empfindlich gegenüber Chemikalien und Reinigungsmittel ist. Zum Aufladen kann er über Nacht auf eine Amethysttstufe gelegt werden, aber auch eine Bergkristallgruppe ist hilfreich sowie ein heller Platz am Fenster.